Vitamin B-1 (Thiamin)

Nur Bakterien, Pilze und Pflanzen sind in der Lage, Vitamin B1 selbst zu synthetisieren. Menschen und Tiere müssen Thiamin, das im menschlichen Organismus mit Hilfe des Enzyms Thiaminpyrophosphokinase (TPK) in Thiaminpyrophosphat (TPP) umgewandelt wird, über die Nahrung aufnehmen. In seiner aktiven Form fungiert Vitamin B1 als Coenzym, das unter anderem am Kohlenhydratstoffwechsel und damit indirekt an der zellulären Energiegewinnung beteiligt ist. Zudem ist Vitamin B1 für die Entwicklung der die Nerven umhüllenden Myelinschicht erforderlich.

Aufgrund der Bedeutung von Vitamin B1 im Kohlenhydrat- und Energiestoffwechsel weisen insbesondere Herzmuskel, Gehirn, Skelettmuskel, Leber und Nieren hohe Konzentrationen von Thiamin auf. Bei gesunden Erwachsenen beträgt der Gesamtkörperbestand an Vitamin B1 ca. 25-30 mg, wovon sich etwa 40 % in der Muskulatur befinden. Der Körper verfügt jedoch nur über eine begrenzte Kapazität, Vitamin B1 zu speichern. Die biologische Halbwertzeit von Thiamin im menschlichen Körper ist relativ gering. Zur Bedarfsdeckung sollte daher auf die regelmäßige Zufuhr einer ausreichenden Vitamin B1-Menge geachtet werden.