Folsäure

Folsäure, die auch als Vitamin B9 bezeichnet wird, gehört zum Vitamin B-Komplex. Durch Reduktion wird die biologisch nicht wirksame Folsäure in das aktive Coenzym Tetrahydrofolsäure umgewandelt, das im menschlichen Organismus an verschiedenen Funktionen wie dem Abbau von Homocystein zu L-Methionin, der Synthese von DNA-Bausteinen, der Produktion von roten Blutkörperchen und dem Aufbau von sich schnell teilenden Zellen beteiligt ist.

Verstärkte Zellteilung und verstärktes Zellwachstum sind vor allem in der embryonalen Phase und im frühen Kindesalter zu beobachten. Schwangere und stillende Frauen haben daher einen erhöhten Bedarf an Folsäure, die während der Schwangerschaft zur Prophylaxe vor angeborenen Fehlbildungen wie Neuralrohrdefekten empfohlen wird. Nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) liegt der mittlere Tagesbedarf eines Erwachsenen bei ca. 0,3 mg. In der Schwangerschaft erhöht sich dieser Wert auf 0,55 mg, in der Stillzeit auf 0,45 mg.

Wie bei wasserlöslichen Vitaminen üblich (die einzige Ausnahme bildet Vitamin B12), kann der Mensch nur geringe Mengen Folsäure speichern. Der Großteil davon befindet sich in der Leber, die auch die Versorgung anderer Organe mit Folsäure reguliert.